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Verein, Chronik und Ehrenamt

Unser Verein ist nicht gleich von Beginn an ein solcher gewesen. Begonnen hat es damit, dass sich drei Leute im Soziokulturellen Bildungszentrum im HKB getroffen haben. Daraus entstand dann das ROSA-LILA Café, welches es dann einige Jahre montags gab - als Treff für Lesben, Schwule und Freunde. Da wir jedoch angesprochen wurden, ob wir Infoveranstaltungen anbieten und auch beratend helfen, mit der Zeit kulturelle Angebote, wie Buchentleihe und Filme im LATÜCHT (damals noch im alten KOSMOS- Gebäude), dazu kamen, wurden die Aktivitäten immer umfangreicher.

Inzwischen waren wir auch ein paar Leute mehr und auch eine feste Gruppe und mussten Mittel beantragen, um alles realisieren zu können. Somit stand die Frage: Gründen wir einen Träger? Wir entschieden uns für einen einfachen Verein, der sich nicht einträgt, um auch unabhängig zu sein.

Mit den Jahren wurden die Angebote umfangreicher. Manches haben wir schnell, manches langsamer wieder bleiben lassen. Unsere Angebote heute, haben sich über Jahre entwickelt und wurden kontinuierlich auf- und ausgebaut.

Wir verstehen uns als lesbisch-schwuler Verein, da wir fast alle Lesben und Schwule sind und unsere Satzung hier auch Ziele und Absichten festhält. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Angebote und Aktivitäten nur für uns selbst da sind. Im Gegenteil; diese sind für alle offen und auch unabhängig von der Mitgliedschaft nutzbar. Es gibt nur wenige Aktivitäten, die den Mitgliedern vorbehalten sind. Dies sind jedoch solch wichtige Grundsatzentscheidungen, wie was der Verein will und wie er dies umsetzt. Jedoch sollen hier Ideen und Kritiken der Nutzerinnen und Nutzer einfließen.

Unsere Angebotspalette beinhaltet soziale Angebote und Jugendhilfeangebote, welche professionell organisiert sind. Dazu zählen Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Aber auch solch, die in Eigenregie und als Selbsthilfe laufen, wie die Gruppentreffs. Mit dem Begegnungszentrum halten wir soziokulturelle Angebote, wie eine umfangreiche Bibliothek und Internetplätze vor. Es gibt ein Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Ausstellungen und thematischen Veranstaltungen. Geselligkeit und Aktionen gehören ebenso dazu. Alljährlich zum CSD gibt es gemeinsam mit anderen Gruppen und gewerblichen Anbietern ein Programm.

Die Interessensvertretung ist uns wichtig. Daher arbeiten wir in Verbänden und Arbeitsgemeinschaften mit. Wir sind Mitglied in kommunalen Arbeitsgruppen der Jugendarbeit und in der LAG Soziokultur des Landes. Wir beteiligen uns mit Vertretern am gesellschaftlichen und politischen Leben der Region, um soweit wir dies können die Interessen von Lesben und Schwulen zu benennen. Auch wollen wir Viele aktivieren, selbst aktiv zu sein. Auch wenn dies mitunter sehr schwer ablief, wurden bereits einige animiert, eigen Vereine zu gründen oder Eigenes aufzubauen, wenn wir dies nicht konnten oder wollten.

Informieren ist eines unserer Hauptanliegen. Daher diese Internetpräsenz, eine wöchentliche Magazinsendung auf dem Offenen Kanal der Stadt und ein eigenes Infoblatt, das quartalsweise erscheint. Dazu natürlich diverse Publikationen und die Beteiligung an anderen Aktivitäten.

Schwul-lesbisch bedeutet natürlich eine Richtungsvorgabe. Diese bedeutet nicht, dass wir nur für einige Wenige da sind. Zumal alleine Lesben und Schwule ja bereits, glaubt man Statistiken, 5 bis 10% der Bevölkerung ausmachen. Natürlich kommen die alle auch nicht zu uns. manch eine/r weiß zugegebenerweise auch noch nichts von uns, manch eine/r engagiert sich anderswo. Auf alle Fälle kommen jede Menge Leute hierher und nutzen das eine oder andere Angebot. Manche nutzen fast alle. Ob das nun die Beratung ist, oder die Absicht etwas zu kaufen, oder sie kommen zu einer Veranstaltung .

Es wird oft nach Zahlen gefragt. Unser Verein hatte in seiner Geschichte bisher ca. 40 Mitglieder. Angesichts dessen, dass die Stadt nicht sehr groß ist und es andere Vereine gab und gibt finden wir dies so in Ordnung. Mitglied sein, heißt ja auch sich eng verbunden zu fühlen mit dem Verein und aktiv zu werden oder zu fördern.

Im neuen Begegnungszentrum haben wir Dienstag bis Samstag am Tag bis zu 10 BesucherInnen über den Tag verteilt; die NutzerInnen der Beratungsstelle und die TeilnehmerInnen an Veranstaltungen nicht mitgezählt. Bei den Aufklärungsveranstaltungen mit jungen Leuten, sind dies ca. 25 Veranstaltungen mit über 1.000 Jugendlichen pro Jahr. Die Bibliothek hat seit Bestehen bisher knapp 300 eingetragene LeserInnen.

Wir betrachten das Lesbisch- oder Schwulsein nicht als Problem. Gehen jedoch davon aus, dass Lesben, Schwule, andere Hilfesuchende Probleme in besonderen Lebenslagen haben können. Hier wollen wir mit Rat und professioneller Hilfe zur Seite stehen. Auch wollen wir Menschen, die in ihrer Arbeit oder in der Familie Fragen und Anliegen haben, beraten und bilden.

Ansonsten gehen wir davon aus, Angebote der Kultur und der Geselligkeit zu machen, die einfach für die sind, die etwas unternehmen und geboten haben wollen. Dies machen wir alleine oder mit Partnern zusammen. Und das sind nicht wenige.

Wer hier mitmachen will und sich intensiver über Geschichte und Inhalte informieren will, kann auf den folgenden Seiten nachlesen.

Wir sind oft umgezogen, so ca. 10 Mal. Nun ist aber erst Mal gut. Hier, wo wir sind, fühlen wir, die hier aktiv sind wohl und auch die, die die Angebote nutzen und bei der einen oder anderen Aktivität teilhaben, sehr wohl. Viele BesucherInnen sind begeistert und finden es besser als zuvor. Kommt einfach vorbei und erlebt selbst.

André Sandmann

 

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